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Signia Insio Charge&Go CIC IX

Signia Insio Charge&Go CIC IX

Das erste aufladbare Im-Ohr-Hörgerät seiner Klasse Akkuleistung trifft Maßanfertigung

In der Hörsystemtechnik galt die Kombination aus CIC-Bauform und Lithium-Ionen-Akkutechnologie lange als kaum realisierbar. Zu eng, zu wenig Platz für Ladeelektronik, zu viele Kompromisse bei der Signalführung. Mit dem Signia Insio Charge&Go CIC IX ändert sich dieses Bild deutlich.

Das Modell überträgt die aktuelle Integrated-Xperience-Plattform (IX) erstmals in ein vollständig im Gehörgang sitzendes Gehäuse – und macht die wiederaufladbare Energieversorgung auch in der kleinsten Bauform serienfähig.

Damit setzt Signia ein technisches Signal: Die Miniaturisierung erreicht eine neue Stufe, ohne auf Sprachverstehen, Stabilität oder Alltagstauglichkeit zu verzichten.

 

Wie Signia Akku und Signalverarbeitung im Insio Charge&Go CIC IX vereint

Das Insio Charge&Go CIC IX wird individuell gefertigt – auf Basis eines Ohrabdrucks oder eines präzisen 3D-Scans. Ziel der Entwicklung war es, die umfangreiche Technologie der IX-Plattform in ein besonders kompaktes Gehäuse zu übertragen. Diese Plattform kam bislang vor allem in größeren RIC- und HdO-Systemen zum Einsatz, da sie dort mehr Raum für Prozessorleistung und Energieversorgung bot.

Im neuen CIC IX arbeitet nun ein Lithium-Ionen-Akku, der das Gerät bis zu 35 Stunden mit Energie versorgt. Geladen wird kabellos in einem kleinen Etui, das zugleich als Aufbewahrungs- und Schutzbox dient. Nach einer halben Stunde Schnellladung steht Energie für etwa neun Stunden bereit – ein praxistauglicher Wert, der den Akku-Betrieb auch im kompakten In-Ohr-Format alltagstauglich macht.

Damit diese Technik Platz findet, wurde das Innenleben vollständig neu angeordnet: Mikrofon, Akku, Signalprozessor und Antenne sind so positioniert, dass Resonanzkammer und Schallaustritt unverändert funktionieren. Auf diese Weise entsteht eine der dichtesten und präzisesten Integrationslösungen, die derzeit im Bereich der Im-Ohr-Technologie verfügbar ist und setzt damit Maßstäbe für die volumetrische Integration in maßgefertigten CIC-Systemen.

 

Signalverarbeitung und räumliche Differenzierung im CIC IX

Das Insio Charge&Go CIC IX basiert auf der OneMic 2.0-Technologie – eine einkanalige Mikrofonarchitektur, die durch binaurale Vernetzung der beiden Hörsysteme eine virtuelle Richtwirkung erzeugt. Durch die Positionierung des Mikrofons im Gehörgang und die gleichzeitige Echtzeitverarbeitung der Schallsignale kann eine situativ adaptive Richtwirkung erzeugt werden. Im Ergebnis wird Sprache in lauten Umgebungen deutlicher hervorgehoben, während die Umgebungsgeräusche natürlich erhalten bleiben.

Besonders relevant ist der Effekt für Mehrpersonengespräche. Die IX-Plattform erkennt Stimmenquellen im Raum, gewichtet sie priorisiert und ermöglicht damit ein gleichmäßigeres Sprachverständnis – ein Konzept, das Signia als „Multi-Stream-Speech-Tracking“ beschreibt.

Damit gelingt eine Funktion, die bislang überwiegend größeren HdO-Systemen vorbehalten war: differenzierte Raumabbildung bei minimaler Baugröße – erreicht allein durch präzises Mikrofondesign und softwarebasierte Signalsteuerung.

 

Energieeffizienz und thermisches Management im CIC IX

Ein wesentlicher Aspekt dieser Gerätekategorie ist die Energieverteilung auf engstem Raum. Die Wärmeentwicklung des Akkus musste so minimiert werden, dass weder Bauteile noch das umgebende Gewebe beeinträchtigt werden.

Signia löst dies über ein optimiertes Energiemanagement:

  1. Akkuspannung: stabilisiert durch zweistufige Entladung
  2. Temperaturüberwachung: sensorgesteuert mit thermischer Abschaltung
  3. Signalverarbeitung: Lastreduktion in akustisch ruhigen Situationen

Die Betriebszeit bleibt so konstant, auch bei wechselnden Umgebungstemperaturen. Für den Praxisalltag bedeutet das: geringere Ausfallraten und planbare Wartungsintervalle.

 

Material, Dichtung und Gehäusestabilität

Das Gehäuse besteht aus hochdichtem Acrylharz mit hydrophober Oberflächenversiegelung. Dadurch bleibt das System weitgehend resistent gegen Feuchtigkeit, Cerumen und Temperaturschwankungen.

Die laserbasierte Versiegelung des Akkus verhindert Mikroleckagen und erhöht die Lebensdauer der Zelle im geschlossenen System.

Die mechanische Stabilität wurde im Vergleich zu früheren CIC-Generationen erhöht: Laut Hersteller hält das Gehäuse eine vertikale Druckbelastung von über 10 Newton stand – ein relevanter Wert bei Geräten, die häufig manuell eingesetzt und entnommen werden.

 

Bedienkonzept und Systemintegration des CIC IX

Bei vollständig im Ohr sitzenden Systemen stellt die Bedienbarkeit traditionell eine Herausforderung dar: Weder Taster noch Bedienelemente lassen sich sinnvoll in der kompakten Bauform unterbringen. Das Signia Insio Charge&Go CIC IX löst dieses Problem über eine hybride Steuerarchitektur, die sowohl autonome als auch externe Kontrolle erlaubt.

Im Standardbetrieb arbeitet das System selbstregulierend. Die adaptive Signalverarbeitung der IX-Plattform passt sich automatisch an wechselnde Hörsituationen an – ohne manuelles Eingreifen. Für viele Nutzer ist das ein entscheidender Komfortgewinn, insbesondere bei einem Gerät, das vollständig im Gehörgang verschwindet.

Wer dennoch individuelle Anpassungen bevorzugt, kann das Hörsystem über die Signia App steuern. Lautstärke, Programmwahl und Feinanpassung erfolgen dort in Echtzeit. Das System unterstützt keine Audio- oder Telefonübertragung, ermöglicht aber eine drahtlose Steuerung via Bluetooth Low Energy. Der Verzicht darauf ist konstruktionsbedingt: Jede zusätzliche Funkkomponente würde Energiebedarf und Wärmeentwicklung erhöhen und damit die Betriebszeit reduzieren.

Als Alternative zur App bietet Signia die miniPocket-Fernbedienung, die über Funk eine manuelle Steuerung ermöglicht – eine Lösung, die vor allem in klassischen Versorgungssituationen und bei älteren Nutzern bevorzugt wird.

Damit entsteht ein Bedienkonzept, das den Charakter des Geräts konsequent fortführt: diskret, energieeffizient und modular steuerbar – angepasst an den individuellen Umgang des Trägers mit Technik.

 

Hörleistung im Vergleich zu klassischen CIC-Modellen

Im Vergleich zu konventionellen Im-Ohr-Systemen mit Zink-Luft-Batterien bietet das CIC IX deutliche Vorteile in Dynamik und Frequenzabbildung.

Messungen auf 2 cc-Kuppler-Basis zeigen eine lineare Verstärkung bis 6 kHz, mit einem sanften Roll-off ab 7 kHz. Die maximale Ausgangsleistung bleibt stabil und weist eine harmonische Verzerrung von unter 2 % auf.

Die interne Signalverarbeitung nutzt eine adaptive Kompressionsstrategie mit variabler Zeitkonstante, die insbesondere bei wechselnden Pegeln – etwa in Gesprächsrunden – ein harmonisches Klangbild erzeugt.

Im praktischen Einsatz bedeutet dies ein natürlicheres Sprachbild und geringere Ermüdung bei längerer Tragedauer, ohne die Lautheit zu erhöhen.

Anpassungsgrenzen und anatomische Voraussetzungen im CIC-Segment

Wie bei allen CIC-Systemen hängt der Erfolg der Anpassung von der anatomischen Situation ab.

Sehr enge, asymmetrische oder stark gekrümmte Gehörgänge können die Gehäusegeometrie limitieren. In diesen Fällen empfiehlt sich eine alternative Im-Ohr-Bauform (ITC oder ITE).

Zudem erfordert die integrierte Ladeelektronik eine minimale Wandstärke, was bei extrem kleinen Ohrkanälen die Positionierung des Mikrofons beeinflussen kann. Auch die Entlüftung (Vent-Dimensionierung) muss sorgfältig abgewogen werden, da sie Einfluss auf Rückkopplung und Dichtung hat. Der Fachbetrieb sollte diese Punkte im Vorfeld der Abformung prüfen und dokumentieren.

 

Marktposition und Relevanz im Produktportfolio

Mit dem Insio Charge&Go CIC IX besetzt Signia einen Bereich, den bisher nur wenige Hersteller bedienen und erweitert das Portfolio um ein hochspezialisiertes Premium-CIC mit Akkuversorgung – bislang eine Marktlücke in der individuellen Versorgung.

Für Fachbetriebe bietet dieses Modell die Möglichkeit, das Portfolio gezielt zu erweitern – insbesondere für Kunden, die

  1. Wert auf optische Diskretion legen,
  2. auf nachhaltige Energieversorgung achten,
  3. und eine hochwertige Sprachverarbeitung in geschlossener Bauform bevorzugen.

Im Vergleich zu anderen Im-Ohr-Systemen positioniert sich das Gerät im oberen Premiumsegment, sowohl technologisch als auch preislich. Die Kombination aus Präzision, Energieautarkie und Materialstabilität macht es zu einer strategischen Ergänzung im Angebot für anspruchsvolle Kundenprofile.

 

Perspektive: Miniaturisierung mit Substanz

Das Insio Charge&Go CIC IX ist kein Nischenprodukt, sondern Ausdruck einer generellen Entwicklung in der Hörakustik: weg vom sichtbaren Technikträger, hin zur unsichtbaren, energieeffizienten Systemintegration.

Dass dies nun mit einer akkubetriebenen Plattform gelingt, markiert einen Wendepunkt in der Im-Ohr-Technologie.

Für die Branche bedeutet es einen weiteren Schritt in Richtung kompakter, nachhaltiger und automatisierter Systeme, die ästhetische und funktionale Ansprüche gleichermaßen bedienen.